Wie ich jetzt nun erfahren habe (hier und hier) will die Fotografin der orginalen Wahlplakate nun gegen die “ge-remixten” vorgehen. Besagte Person sieht nämlich in der Veränderung ihrer Werke ihre künstlerische Arbeit verletzt.
Nun ist es ja so, dass man auf verschiedene Art und Weise argumentieren kann. Dieser ganze “Streit” kam mehr oder weniger durch den Blog netzpolitik.org auf. Jener hat nämlich dazu aufgerufen die aktuellen CDU Wahlplakate, die für Freiheit und Sicherheit (übrigens ein totaler Widerspruch in sich selbst) werben, zu remixen. Das heißt, jeder wurde dazu aufgerufen das Plakat nach seiner Meinung zu verändern.
Netzpolitik dazu:
Ich hab gerade mit der Fotografin telefoniert und sie besteht darauf, dass ich die Bilder entfernen soll. Die Argumentation ist, dass die Bilder nur zu bestimmten Bedingungen an die CDU lizenziert worden sind. Und für sie ist es eine Verletzung ihrer Kunst, wenn die Bilder so zerhackt werden. Die Ansicht ist legitim (aus ihrer Sicht). Aber meine Sicht halte ich auch für legitim. Das Problem könnte sein, dass es im Falle eines Rechtsstreits zu einem Duell zwischen mir und der Fotografin kommen würde. Und nicht unbedingt um die Frage geht, ob man (CDU-)Werbematerialien einfach so remixen kann im Sinne der Satire- und Meinungsfreiheit, sondern ob einfach eine Urheberrechtsverletzung vorliegt. Ich bin immer noch unschlüssig, was ich tun soll und ob ich mir den Rechtsstreit ans Bein binden soll, wo es doch viele sinnvollere Dinge gibt, die man in der Zeit tun könnte.
Ich kann mich da nur anschließen. Niemand will bei dieser Remix-Aktion die Arbeit einer Fotografin ruinieren – und wir nutzen sie ja schließlich nicht kommerziell aus. Vielmehr geht es doch einfach darum seine Meinung über Schäubles Politik zu äußern. Und auch ich werde einen Teufel tun die Bilder von meinem Server zu nehmen – jedenfalls nicht ohne richterlichen Beschluss.
Ich meine, wozu haben wir denn (noch) das Recht auf freie Meinungsäußerung?
Und wenn diese Fotografin so darauf besteht dass ihre Werke nicht, wie sie es nennt, verunstaltet werden, dann ist das doch ganz klar der falsche Weg. Durch so einen “Streit” im Internet wird das Thema nur weiter angeheizt. Löschen kann man diese Bilder jetzt sowieso nicht mehr aus dem Internet …
Ich bin gerade bei Martin über einen Beitrag gestolpert der einen kleinen Vorgeschmack auf die CDU Wahlplakate zur Bundestagswahl 2009 präsentiert.
Natürlich sind diese nicht echt, aber dennoch traurige Realität.




Die selbsternannte Wissenssendung „Galileo“ auf ProSieben hat in einem 100 Sekunden langen Beitrag die Vorzüge des neuen elektronischen Personalausweises erklärt. Kritikpunkte sind natürlich Fehlanzeige, stattdessen wird der neue Perso als praktischer Helfer im Alltag verkauft. Die Frage sollte erlaubt sein, ob die „Wissensredaktion“ von ProSieben einfach nur schlampig recherchiert hat und deswegen keine Kritikpunkte feststellen konnte, oder ob man mit Absicht auf einem Auge blind ist und somit der Politik hilft, dieses parteiübergreifend kritisierte Projekt dem Bürger besser verkaufen zu können.
Für ergänzende Informationen zu diesem Thema hilft ein Blick in die Stellungnahme des AK Vorratsdatenspeicherung:
Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung lehnt das schwarz-rote Vorhaben ab, Personalausweisinhaber künftig biometrisch und elektronisch erfassen zu lassen. Die Aktivisten rufen zum Boykott der freiwilligen Überwachungsfunktionen auf.
Bürgerrechtlerinnen und Bürgerrechtler rufen bundesweit zur Teilnahme an einer Demonstration gegen die ausufernde Überwachung durch Wirtschaft und Staat auf. Am Samstag, den 12. September 2009 werden sie unter dem Motto “Freiheit statt Angst – Stoppt den Überwachungswahn!” auf die Straße gehen. Treffpunkt ist um 15.00 Uhr am Potsdamer Platz in Berlin. Die Demonstration ist Teil des zu dem länderübergreifend Proteste gegen die Überwachung der Bürgerinnen und Bürger stattfinden.
Wir fordern eine unabhängige Überprüfung aller bestehenden Überwachungsbefugnisse im Hinblick auf ihre Wirksamkeit, Kosten, schädliche Nebenwirkungen und Alternativen.
Nach der inneren Aufrüstung der letzten Jahre fordern wir einen sofortigen Stopp neuer Gesetzesvorhaben auf dem Gebiet der inneren Sicherheit, wenn sie mit weiteren Grundrechtseingriffen verbunden sind.
Weitere Infos unter
Am letzten Freitag war es soweit. Der Bundestag billigte, ein schon lange diskutiertes Gesetz, ein dass den USA erlaubt Zugriff auf deutsche Polizeidaten zu erlangen. Künftig werden also nicht nur die eigenen Landsmänner unsere sensibelen Daten durchforschen sondern auch Leute aus Amerika. Die da drüben könnten den eigenen Nachbarn sogar bald besser kennen als man selbst. Schließlich sollen neben Namen, Geburtsdaten, Staatsangehörigkeiten, Nummern von Ausweispapieren auch Fingerabdrücke und DNA-Profile übermittelt werden. Mit dieser Vielzahl an Daten scheint es aber noch nicht abgetan zu sein. Auch die ethnische Herkunft, die politische Anschauung sowie religiöse und sonstige Überzeugungen scheinen relevant zu sein.
“Personenbezogene Daten, aus denen die Rasse oder ethnische Herkunft, politische Anschauungen, religiöse oder sonstige Überzeugungen oder die Mitgliedschaft in Gewerkschaften hervorgeht oder die die Gesundheit und das Sexualleben betreffen, dürfen nur zur Verfügung gestellt werden, wenn sie für die Zwecke dieses Abkommens besonders relevant sind”, heißt es im betreffenden Artikel der Vereinbarung.
Der Sinn dieser Maßnahme soll wohl in der Bekämpfung von schwerer Kriminalität und Terrorismus liegen. Ich frage mich nur eins: Wenn all diese Maßnahmen zur Bekämpfung von Untaten erschaffen werden, wieso ist das dann kein Neben und Geben von Daten?
Egal wo man recherchiert, überall ist nur die Rede davon dass die Amerikaner Zugriff auf unsere Daten bekommen. Bekommt das BKA wohl auch Zugriff auf die Daten der Amerikaner? Ganz sicher nicht. Zumal hier nicht die Rede von diesen, einst geplanten, internationalen Terrordatenbanken ist. Hier geht es um die stinknormalen Polizeidaten. Und diese werden dann in den USA über Jahrzehnte gespeichert.
(via futurezone)